Fahren unter Alkoholeinfluß

Fahren unter Alkoholeinfluß


Alkohol am Steuer

Alkohol am Steuer - Was tun?
Wenn Sie mit Alkohol am Steuer von der Polizei kontrolliert wurden, sollten Sie sich umgehend an einen erfahrenen Rechtsanwalt für Verkehrsrecht wenden. Nur ein bevollmächtigter Rechtsanwalt kann Einsicht in Ihre Ermittlungsakte nehmen.

 

 

Wie kann ein Rechtsanwalt helfen?
Nur ein erfahrener Anwalt kann das Beste aus der Situation machen.
Unsere Anwaltskanzlei mit dem Schwerpunkt Verkehrrecht besitzt das notwendige Wissen und die Erfahrung, um Ihnen von Anfang an zur Seite zu stehen und Ihre Interessen zu vertreten. Jeder Fall ist anders. Deshalb ist es wichtig, so früh wie möglich, mit uns in Kontakt zu treten – auch um unnötige Kosten zu sparen. Nachdem wir uns umgehend mit dem Sachverhalt vertraut gemacht haben, entwickeln wir für Sie eine individuelle Vorgehensweise. Wenn es um die Neuerteilung der Fahrerlaubnis geht, ist es besonders wichtig, Verzögerungen zu vermeiden.

Ordnungswidrigkeit oder Straftat?
Wann wird das Fahren unter Einfluss von Alkohol als Ordnungswidrigkeit und wann als Straftat behandelt?
Ausschlaggebend sind die Höhe des Promillewertes und die Frage, ob durch den Alkoholeinfluss zusätzlich eine Gefährdung des Straßenverkehrs bestand.
Wenn der Fahrer in der Lage war, sicher zu fahren, nicht durch Schlangenlinien und dergleichen aufgefallen ist, und sich an die Verkehrsregeln gehalten hat, wird er mit einer Ordnungsstrafe rechnen können, sofern sein Blutalkoholwert zwischen 0,5 und 1,1 Promille lag.
War das Fahrverhalten auffällig und hat sich der Fahrer nicht an die Verkehrsregeln gehalten (z.B. Geschwindigkeitsüberschreitung), oder sogar einen Unfall verursacht, wird das Ganze als Straftat behandelt. Das ist bereits ab 0,3 Promille der Fall.
Liegt der Promille-Wert bei 1,1 oder mehr, wird es vom Gesetz als Straftat behandelt, auch wenn der Fahrer sich an die Verkehrsregeln gehalten hat. Ab diesem Wert wird davon ausgegangen, dass der Fahrzeugführer nicht mehr in der Lage ist, sein Fahrzeug sicher zu führen. Wer mit 1,1 Promille oder mehr noch mit seinem Auto fährt, macht sich strafbar.

Welche Strafe droht bei Alkohol am Steuer?
Wichtig ist zunächst festzustellen, ob es sich um eine Ordnungswidrigkeit oder eine Straftat handelt, und inwiefern der Fahrer fahrlässig oder vorsätzlich gehandelt hat.
Das Strafgesetzbuch und der Bußgeldkatalog erlauben eine gewisse Spanne, in der die individuelle Situation berücksichtigt wird, um sowohl der Straftat gerecht zu werden, als auch demjenigen, der sich durch die Straftat schuldig gemacht hat.

Hier zählen Faktoren wie:

  • der Promille-Wert
  • ist es das erste Mal, oder liegt ein wiederholtes Fahren unter Alkoholeinfluss vor?
  • seit wann besteht Fahrpraxis?
  • wie waren die konkreten Umstände?
  • handelt es sich um ein vorsätzliches oder fahrlässiges Verhalten?

Wann besteht fahrlässiges, wann vorsätzliches Verhalten?
Das Verkehrsrecht macht einen großen Unterschied. Wenn der Fahrer die Gefahr hätte erkennen können, sie aber nicht erkannt hat, geht man von einem fahrlässigen Verhalten aus.
Hat der Fahrer die Gefahr in Kauf genommen, oder sich und andere bewusst in die Gefahrensituation begeben hat, geht man von vorsätzlichem Verhalten aus.
Liegt der Blutalkoholwert jedoch bei 1,1 Promille oder höher, geht man grundsätzlich von absoluter Fahruntüchtigkeit  aus. In diesem Fall wird dem Fahrzeugführer die Fähigkeit abgesprochen, sich selbst richtig einschätzen zu können und die Gefahr in Kauf genommen zu haben.

Die relative und die absolute Fahruntüchtigkeit sind wichtig für die Bewertung der Straftatbestände der Trunkenheit im Verkehr gemäß § 316 StGB sowie der Alkoholbedingten Straßenverkehrsgefährdung gemäß § 315c StGB.

Verschiedene Formen der Fahruntüchtigkeit

Absolute Fahruntüchtigkeit:

  • liegt eine Blutalkoholkonzentration (BAK) von 1,1 Promille vor, geht man von einer absoluten Fahruntüchtigkeit aus - auch ohne sichtbare Ausfallserscheinungen.
  • Außerdem geht man von einer absoluten Fahruntüchtigkeit aus, wenn die Blutalkoholkonzentration unter 1,1 Promille liegt und mit Konsum anderer berauschender Mittel wie z.B. Haschisch hinzukommt.

Relative Fahruntüchtigkeit:

  • besteht bei einer zwischen einer Blutalkoholkonzentration (BAK) von 0,3 - 1,1 Promille. Um die Fahruntüchtigkeit festzustellen, müssen konkrete Ausfallserscheinungen nachgewiesen werden.
  • Außerdem kann auch ohne Nachweis einer Blutalkoholkonzentration eine relative Fahruntüchtigkeit bestehen, wenn gewisse Anzeichen vorliegen, die auf eine Blutalkoholkonzentration von über 0,3 Promille hinweisen.

Die Fahruntüchtigkeit ist Voraussetzung der Strafbarkeit nach den §§ 315c, 316 StGB.

Wer im Verkehr / Straßenverkehr ein Fahrzeug führt, obwohl er infolge des Genusses alkoholischer Mittel nicht in der Lage ist, das Fahrzeug sicher zu führen (Fahruntüchtigkeit), erfüllt die Tatbestände der §§ 315c, 316 StGB, wobei die Strafbarkeit des §§ 315c noch eine konkrete Gefährdung erfordert.

Bußgeld und Punkte für das Fahren von Kraftfahrzeugen unter Alkoholeinfluss gemäß Bußgeldkatalog:

Alkoholgehalt im Blut (Promille)

Keine Anzeichen von Fahrunsicherheit

Anzeichen von Fahrunsicherheit

Verursachung eines Unfalls

ab 0,3

(Alkohol zeigt Wirkung)

 

 

 

7 Punkte

Geld- oder Freiheitsstrafe
(bis 5 Jahre)

Entzug der Fahrerlaubnis

 

 

7 Punkte

Geld- oder Freiheitsstrafe
(bis 5 Jahre)

Entzug der Fahrerlaubnis

ab 0,5

(Doppeltes Unfallrisiko)

4 Punkte

bis 3.000 €

bis 3 Monate Fahrverbot

 

7 Punkte

Geld- oder Freiheitsstrafe
(bis 5 Jahre)

Entzug der Fahrerlaubnis

 

7 Punkte

Geld- oder Freiheitsstrafe
(bis 5 Jahre)

Entzug der Fahrerlaubnis

ab 1,1

(über zehnfaches Unfallrisiko)

 

7 Punkte

Geld- oder Freiheitsstrafe
(bis 5 Jahre)

Entzug der Fahrerlaubnis

 

7 Punkte

Geld- oder Freiheitsstrafe
(bis 5 Jahre)

Entzug der Fahrerlaubnis

 

7 Punkte

Geld- oder Freiheitsstrafe
(bis 5 Jahre)

Entzug der Fahrerlaubnis

Alkoholverbot für Fahranfänger und Fahranfängerinnen:

In der Probezeit nach
§ 2a Straßenverkehrsgesetz oder vor Vollendung des 21. Lebensjahres als Führer eines Kraftfahrzeugs alkoholische Getränke zu sich genommen oder die Fahrt unter der Wirkung eines solchen Getränks angetreten.

Bußgeld in EURO
250 €

2 Punkte

 

Einen Promillerechner finden Sie hier: http://www.promillerechner.de/demo.html

Was unternimmt die Führerscheinstelle?
Nach der Auswertung des Gutachtens zur Blutabnahme kann die Fahrerlaubnisbehörde folgende Maßnahmen einleiten:

  • Anordnung eines ärztlichen Gutachtens
  • Anordnung einer MPU (Medizinisch psychologischen Untersuchung)
  • Sofortiger Entzug der Fahrerlaubnis

Welche Maßnahme getroffen wird, hängt vom Gutachten der Blutanalyse und von der Einschätzung des Drogenkonsums ab.

Entzug der Fahrerlaubnis droht - was tun?
Wenn Sie bis jetzt noch keinen Anwalt konsultiert haben, tun Sie es jetzt!

Der Entzug der Fahrerlaubnis ist entweder:

  • eine verwaltungsrechtliche Maßnahme der Fahrerlaubnisbehörde oder
  • eine strafrechtliche Maßnahme der Besserung und Sicherung

Im Verwaltungsrecht bedeutet dies: Gemäß § 3 Abs.  1 Satz  1 StVO muss die Fahrerlaubnisbehörde jedem die Fahrerlaubnis entziehen, der sich als ungeeignet, oder nicht befähigt zum Führen von Kraftfahrzeugen erweist. Die Befähigung richtet sich nach § 2 Abs.  5 StVO.

In § 2 Abs. 4 StVO heißt es: Geeignet zum Führen von Kraftfahrzeugen ist, wer die notwendigen körperlichen und geistigen Anforderungen erfüllt und nicht erheblich, oder nicht wiederholt gegen verkehrsrechtliche Vorschriften, oder gegen Strafgesetze verstoßen hat.

Führerschein weg – was nun?
Wer trotz entzogener Fahrerlaubnis weiterhin fährt, macht sich strafbar. Die Behörde kann einerseits Bedingungen aber auch eine Sperre für die Erteilung einer neuen Fahrerlaubnis festsetzen. Außerdem kann das Gericht eine Sperre verhängen. 

Das bedeutet, dass vor dem Ablauf der Sperre keine neue Fahrerlaubnis erteilt werden darf. Daher setzen Sie sich möglichst früh mit uns in Verbindung!